Diagnose Hepatitis C - was nun?

Die Diagnose Hepatitis C kommt für viele Betroffene unerwartet. Kein Wunder, denn die Erkrankung verläuft schon lange ohne eindeutige Anzeichen. Einige ahnen schon seit Jahren von ihrer Erkrankung, andere schöpfen lange Zeit keinen Verdacht. Anzeichen wie Müdigkeit, Oberbauchschmerzen, Juckreiz, Leistungsabfall und Gelenkschmerzen sind so allgemein, dass ein Großteil der Betroffenen sie nicht zuordnen können. Aber alle Hepatitis C Patienten haben ein gemeinsames Ziel: wieder gesund zu werden.

Wie Hepatitis C diagnostiziert wird.

Sie weisen die oben genannten Symptome auf und wollen wissen, ob Sie infiziert sind? Oder Sie sind mit dem Blut Ihres an Hepatitis C erkrankten Partners in Berührung gekommen und haben Angst, dass Sie sich angesteckt haben? Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt um herauszufinden, was hinter Ihren Beschwerden steckt.

Was bei der Erstdiagnose geschieht.

Bevor Ihr Blut auf Hepatitis C getestet wird, wird Ihr Arzt Sie gründlich untersuchen: Dazu zählen die Anamnese (Abfragen der Patientengeschichte), eine körperliche Untersuchung und Labor-Basistests inklusive Überprüfung der Leberwerte. In manchen Fällen wird der Patient auch auf HIV getestet. Danach kommt es zur weiteren Austestung, die in zwei Schritten erfolgt:

Was beim Antikörper-Test geschieht und wie er abläuft.

Ein einfacher und schneller Test gibt Aufschluss darüber, ob im Blut Antikörper vorhanden sind. Dabei wird entweder Blut abgenommen und ins Labor geschickt oder ein kleiner Bluttropfen oder Speichel untersucht. Im zweiten Fall ist das Ergebnis sofort da, da einfach ein Teststreifen verwendet wird. Das ist der so genannte Antikörper-Test. Antikörper werden gebildet, wenn der Körper Fremdstoffe abwehren muss. Das heißt, dass der Körper mit dem Virus in Kontakt gekommen ist. Dabei kann allerdings nicht festgestellt werden, wann die Infektion stattgefunden hat und ob es sich um eine akute oder chronische Hepatitis C handelt. Antikörper zeigen sich auch erst nach 7 bis 8 Wochen. Diese Tests können auch unter Umständen falsch positiv sein - bitte daher immer die Bestätigung der Testergebnisse durch den Arzt abwarten.

Wann der PCR-Test notwendig ist und was dabei festgestellt wird.

Ist das Testergebnis positiv, kommt es zu Schritt zwei: Es wird geprüft, ob Erbmaterial des Virus (die HCV-RNA) nachgewiesen werden kann. Es handelt sich um den PCR (Polymerase Chain Reaction oder Polymerasekettenreaktion)-Test. Hier kann der Verdacht einer Infektion überprüft werden. In diesem Schritt kann eventuell auch festgestellt werden, um welchen Genotypen (siehe „Welche Genotypen von Hepatitis C es gibt.“) es sich handelt und wie hoch die Viruslast ist.

Wird eine Infektion bestätigt, sind unter Umständen weitere Untersuchungen notwendig,
um festzustellen, ob die Leber bereits Schaden genommen hat. Folgende Methoden kommen in
Frage:

  1. Ultraschalluntersuchung (Oberbauch-Sonographie): Größe, Form, Beschaffenheit und Durchblutung der Leber können mittels Ultraschall eingesehen werden. Zeigen sich hier Auffälligkeiten, können weitere Untersuchungen wie die Leberbiopsie notwendig sein.
  2. Leberbiopsie: Bei der Biopsie (auch: Leberpunktion) wird eine kleine Gewebeprobe aus der Leber entnommen. Eine örtliche Betäubung ist dabei ausreichend. Die Probe wird dann auf Entzündungen und Bindegewebsvermehrungen (=Fibrose) untersucht.
  3. Fibroscan-Untersuchung (Ultraschall-Impuls-Elastographie): Als Alternative zur Leberbiopsie kann mittels Fibroscan-Untersuchung festgestellt werden, ob eine Fibrose vorliegt. Die Methode ist neu, schmerzfrei und vergleichbar mit einer Ultraschalluntersuchung. Ein Nachteil besteht darin, dass frühe Stadien von Fibrose schwerer erkennbar sind.

Je nach den Untersuchungsergebnissen wird das weitere Vorgehen besprochen.


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